1. Bezirksliga, 7. Runde

 

SF Anna I – BSC II

 

Eine ganz starke Aufholjagd!

 

7. Runde, entspannte Wettkampfatmosphäre, da es für keinen mehr wirklich um den Auf- oder Abstieg ging. Wir mit den üblichen Verdächtigen, die leicht favorisierten Bahner zwar nicht in Stammbesetzung, aber mit Ersatz im Bereich 1700+ DWZ, wer hat, der hat 😉.

 

Den Anfang machte erneut Christoph, ziemlich von der Rolle stellte er direkt in der Eröffnung einen Zentrumsbauern ein, ließ sich die Rochade zerstören und kurze Zeit später viel noch ein Läufer. Nach 1,5 Stunden hieß es damit 0:1. Stephan hatte an Brett 8 ca. 400 DWZ-Punkte auszugleichen. Das gelang ihm ausgesprochen gut. Einmalig hatte er wahrscheinlich die Chance auf Vorteil zu spielen, aber die Gelegenheit war sehr schwer zu berechnen, 2 Züge später kam in ausgeglichener Stellung das Remisangebot des stärkeren BSC-Spielers, das Stephan gerne annahm. Kurze Zeit später musste Andreas die Segel streichen. Sein Gegner erdrückte ihn im Mittelspiel stellungsmäßig von Zug zu Zug. Damit lagen wir nach 3,5 Stunden Spielzeit 0,5:2,5 hinten. Anschließend erfolgte innerhalb von einer Stunde die größte Aufholjagd der Vereinsgeschichte, an die ich mich erinnern kann. Die folgenden vier Partien endeten allesamt im 10-15 Minutentakt. Den Anfang machte Siegbert. Nach einem zwischenzeitlichen Randbauerneinsteller landete er in einem komplizierten Mittelspiel mit beiderseitigen Chancen. Schließlich wickelte er in ein Turmendspiel mit einem Minusbauern ab, allerdings mit einem aktiven Turm und der Aussicht auf eine Rückeroberung des Minusbauern. Sein Gegenüber spielte hier ungenau, sodass Siegbert seinerseits sogar mit einem Bauern in Führung ging. Als der BSC-Spieler den Turmtausch wählte, in der Hoffnung eines zur Dame laufenden Randbauern, wars um ihn geschehen. Siegbert hatte weiter gerechnet, hielt den Bauern auf und kam selbst schneller zur Bauernumwandlung. Thorsten setze 15 Minuten später nach. Er führte lange Zeit eine zähe Partie, in der sein Gegner trotz 300 DWZ-Punkten Unterschied gut mithielt und zwischendurch auch leicht besser stand. Aufgrund einer Ungenauigkeit, gefolgt von einem Fehler stibitze sich Thorsten aber einen Bauern und der Widerstand der BSClers schien gebrochen. Schnell stellte dieser einen zweiten Bauern ein und die hierdurch entstandenen Freibauern marschierten unaufhaltsam in Richtung Grundreihe. Detlef hatte ordentlich zu kämpfen. Im Mittelspiel verrechnete er sich und musste eine Qualität hergeben. Im weiteren Verlauf lockerte der Gegner aber die Königsstellung, sodass es Lücken zum Gegenangriff inklusive Mattdrohungen gab. Sein Gegenüber sah sich gezwungen eine Dame gegen einen Turm zu tauschen. Damit wendete sich das Blatt endgültig zu seinen Gunsten. Den vierten Punkt in Folge holte Karsten. Sein Gegner spielte unglaublich passiv, sodass er bequem ausgleichen konnte und schnell aktiver stand. Es dauerte aber eine ganze Weile bis sich dies materiell auswirkte. Im Mittelspiel konnte er zunächst einen Bauern gewinnen und seine Figuren weiter aktiv aufstellen. Als sein Gegner schließlich einzügig einen Springer einstellte wars gelaufen. Damit hatten wir bereits den Sieg gesichert. Am Ende blieb die Partie von Marc. Er hatte im Mittelspiel ein Remisangebot abgelehnt, zu Recht. Einerseits weil er besser stand, andererseits weil wir zu diesem Zeitpunkt noch mit 2 Punkten zurück lagen. Zu Beginn des Endspiels öffnete er die Linien aber ungünstig und verlor erst einen später noch einen zweiten Bauern. Diesen Vorsprung ließ sich sein erfahrener Gegner nicht mehr nehmen und schauckelte die Partie zu seinen Gunsten runter.

 

 

Nach 5 Stunden stand damit fest, dass wir durch das etwas überraschende 4,5:3,5 auf dem zweiten Tabellenplatz stehen. Wahrscheinlich die beste Platzierung, die wir zu so einem fortgeschrittenen Saisonzeitpunkt noch nie inne hatten. Der Abstieg ist damit auch rechnerisch nicht mehr möglich, der Aufstieg allerdings auch nicht, weil Witzhelden parallel in einem vorgezogenen Spiel der 8. Runde ebenfalls gewann und uneinholbar Erster ist. 

 

 

 

1. Bezirksliga, 6. Runde

 

ESG III – SF Anna I

 

Der Mut wurde belohnt!

 

Heute sollten die letzten Punkte gegen den Abstieg her. Nominell waren wir an den oberen 4 Brettern überlegen, an den unteren 4 dafür etwas unterlegen. Es sollte also auch auf die Tagesform ankommen.

 

Den Anfang machte Christoph, leider mit zwei Minusbauern aus der Eröffnung heraus. Chancen zum Ausgleich bestanden dennoch, blieben aber ungenutzt. Am Ende besiegelte eine schöne Kombination die Niederlage. Detlef holte sich den in der Eröffnung verlorenen Bauern dank seiner schnelleren Entwicklung wieder zurück. Nachdem sein Gegner allerdings eine Unachtsamkeit zu einem erneuten Bauerngewinn nutzte, bot dieser direkt Remis an, das Detlef richtigerweise auch annahm. Mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht drin. Siegbert ließ sich im Mittelspiel zu einer Schwächung seiner Bauernstruktur verleiten, die sein Gegner zu einem Bauerngewinn auszunutzen wusste. Er konnte aber durch ein Turmscheinopfer 2 Bauern zurückerobern und stand plötzlich deutlich besser. Die drohenden Mattmotive waren am Brett aber schwer zu sehen und so versuchte er in ein Endspiel mit 2 Mehrbauern abzuwickeln. Die Vereinfachung gelang zwar, allerdings blieben 2 x 2 Doppelbauern übrig, die auch nicht besser waren als die verbliebenen gegnerischen Bauern. Er musste schließlich einsehen, dass das Endspiel nur Remis war. Thorsten versuchte seinen Gegenüber mit aggressivem Spiel zügig unter Druck zu setzen, mit mäßigem Erfolg. Sein Gegner konnte sich gut befreien und versuchte in einer komplexen Stellung die Schwächen auszumachen. Statt mehrzügig zumindest einen Bauern zu erobern, griff er aber selbst fehl. Thorsten fackelte nicht lange und öffnete die gegnerische Königsstellung. Mit einem Bauernräumungsopfer im Zentrum öffnete er zudem die Diagonale für die Dame, die auf g6 zum Schachgebot kam. Entscheidender Materialverlust war hier nicht mehr zu vermeiden, daher gab Mantler umgehend auf. Karsten stand von Anfang an im Vorteil, es dauerte allerdings eine Weile bis sich das auch in Material umsetzen ließ. Da er neben einem Mehrbauern auch die offenen Linien beherrschte, gab sein Gegner nach einigen Abtauschen sehr bald auf. Damit war der Mannschaftskampf zu unseren Gunsten gedreht, wahrscheinlich auch psychologisch. Marc schaffte es leider nicht seine Partie Remis zu halten. Im Endspiel wurde sein Einzelbauer lange belagert, ehe sein Gegner eine feine Ablenkung fand, die eine Figur und damit die Partie kostete. Dafür sah es bei Stephan und Andreas gut aus. Stephan hatte einen gesunden Mehrbauern und hatte im Schwerfigurenendspiel die aktiveren Figuren. Er ließ sich aber schrittweise den Schneid abkaufen und willigte letzten Endes in ein Remis ein, da er sich bei offener Königsstellung einem Dauerschach gegenübersah. Es kam also auf Andreas an, ob wir mit einem oder zwei Mannschaftspunkten nach Hause fahren. Bis ins tiefe Mittelspiel hielt sich die Partie im Gleichgewicht, ehe sein Gegner auf einem fortgeschrittenen Einzelbauern sitzen blieb, der aufgrund der ganzen abgetauschten Figuren nicht mehr zu halten war und von König + Springer eingesammelt wurde. Das verbliebene Endspiel mit Springer + 6 Bauern gegen Läufer und 5 Bauern musste noch lange weitergeknetet werden, hielt mit zunehmender Spielzeit – die 6. Spielstunde war bereits fast vorüber – einige Ungenauigkeiten beiderseits bereit und verlangte Andreas mehr Risiko ab als es ihm lieb ist. Nach einem kurzen Schockmoment, in dem er glaubte, den Sieg noch vergeben zu haben, sah er aber schließlich doch den richtigen Weg zum Matt statt Patt.

  

Heute haben wir aufgrund einer mutigeren Spielweise einen knappen 4,5:3,5 Sieg eingefahren, der die letzten Punkte zum Nichtabstieg gesichert hat. Mit 8 Punkten sind wir punktgleicher zweiter mit 3 Punkten Rückstand auf den Tabellenführenden. 

 

 

 

1. Bezirksliga, 5. Runde

 

SF Anna I – Tornado I

 

Spannender gemacht als nötig!

 

Neue Runde, neues Glück. Die Protagonisten: Die Gäste vom Hesselnberg, zu sechst, lediglich mit 3 Spielern aus der Stammbesetzung. Wir als Gastgeber mit Ersatz, aber zu acht. Da sollte doch gut was drin sein wollte man annehmen.

 

Nach einer halben Stunde stand es also 2:0 kampflos für uns. Bereits nach 1 ¼ Stunde erfolgte allerdings der Anschluss. Bernhard und sein Gegner hatten einen sehr wechselhaften Spielverlauf, bei dem der Tornado-Spieler aber schließlich zuerst die Fehler seines Gegenübers auszunutzen wusste. Die mangelnde Spielpraxis macht sich bemerkbar Bernhard 😉. Nach 2 Stunden Spielzeit holte Marc ein nie gefährdetes, leistungsgerechtes Remis gegen einen rd. 150 DWZ-Punkte stärkeren Gegner, so weit so gut. Andreas bereitete uns die letzte beruhigende Partie des Tages. Nachdem sein Gegner im Mittelspiel einen 2 zügigen Figurenverlust übersehen hatte, der sich durch riskantes Weiterspielen noch verstärkte, war die Partie schnell zu unseren Gunsten entschieden. Damit stand es 3,5:1,5 bei noch 3 laufenden Duellen, die für eine Menge Spannung sorgten. Christoph kam super aus der Eröffnung heraus, stand positionell völlig überlegen, gab aber zunehmend die Initiative ab. Symbolisch dafür war eine ausgelassene Bauerngabel gegen 2 Türme auf der Grundreihe. Stephan konnte der Vorbereitung seiner Gegnerin eigentlich gut begegnen, doch im Mittelspiel bekam ich ein ungutes Gefühl, da ich schon 2 Freibauern schrittweise in Richtung Grundreihe laufen sah. Detlef hatte mal wieder eine sehr abwechslungsreiche Partie mit einem Schockmoment auf dem Brett. Auch wenn sein Gegner nicht optimal abwickelte (Figurenvorteil war wohl drin) sprang ein Qualitätsvorteil gegen einen Bauern heraus, den Detlef zu bekämpfen hatte. Wie gings weiter? Es hatte den Anschein als würde Christoph den Faden verlieren, was nach einer Kombi seines Gegners in einem Minusbauern im Leichtfigurenendspiel endete. Stephan hatte Glück, seine Gegnerin setzte nicht optimal fort. In der weiteren Zugfolge stand der Anna-Spieler plötzlich besser, übersah aber die Figurenaktivität und stand im Turm-Leichtfigurenendspiel auf einmal wieder verdächtig. Detlefs Partie zeigte sich in der Analyse als durchaus gut spielbar. Am Brett und von außen fühlte es sich aber anders an. In dem Bemühen Figuren nicht abzutauschen, verschlechterte sich seine Position zunehmend. Christoph fing sich nach dem Minusbauern zum Glück wieder und schaffte es, das Endspiel in der Remisbreite zu halten. Zumindest ein Mannschaftspunkt war damit sicher. Stephans Stellung erwies sich in nachgehender Analyse als sehr wechselhaft, schließlich führten mehrere Vereinfachungen aber zu einer völlig ausgeglichenen Stellung, die seitens Tornado aber weiter ausgefochten wurde. Detlef stand zwischenzeitlich wirklich kritisch, erlöste sich aber durch eine unverhoffte Springergabel, die einen Turmgewinn mit sich brachte. Damit war die Partie postwendend zu seinen Gunsten entschieden. Stephans Partie endete daraufhin umgehend in einer Punkteteilung.

 

 Damit stand das 5,5:2,5 fest. Klingt einfach, aber das war mehr Dramatik als anfangs zu erahnen war und ich muss sagen, dass ich demnächst lieber wieder selbst spiele, statt das Wechselbad der Gefühle so nah miterleben zu müssen, oder bei den (ausgelassenen) Zugfolgen mit zu fiebern, sich zu fragen „hat mein Mann den besten Zug gesehen oder nicht“?! 

 

 

 

1. Bezirksliga, Runde 4

 

Vohwinkeler SC I – SF Anna I

 

Verdient war`s!

 

In der 4. Runde bekamen wir es mit dem bis dahin überraschend punktlosen Vohwinkeler SC zu tun. Beim Ausfüllen des Spielberichts war allerdings klar, dass es heute sehr schwierig werden würde, denn unser Gegner trat erstmalig in dieser Saison in absoluter Bestbesetzung an. An den oberen Brettern war es ein Duell auf Augenhöhe, aber an den hinteren drei Brettern hatten wir DWZ-Nachteile von 130-200 Punkte abzuwehren.

 

An Brett 8 hatten beide Spieler ihre Vorteile jeweils nicht genutzt. So holte Stephan nach sehr wechselhaftem Partieverlauf ein leistungsgerechtes Remis, bei gut 200 DWZ-Punkten Unterschied sehr erfreulich. Karsten stand aus der Eröffnung heraus eigentlich sehr ordentlich, aber irgendwie fand er nicht den richtigen Durchbruch. Stattdessen konterte ihn sein Gegner aus. Zunächst konnte der Vohwinkeler die Linien zu seinen Gunsten öffnen und später eine Qualität gewinnen, damit war es dann auch vorbei. Christoph schaffte es an Brett sieben mittels zahlreicher Abtausche die Partie auszugleichen. Allerdings hatte er bei aller Vereinfachung zwischenzeitlich eine sehr nachteilhafte Endspielstellung auf dem Brett, da der gegnerische Springer in der geschlossenen Bauernstruktur deutlich stärker war als der eingeklemmte Läufer. Der Vohwinkeler übersah dies aber und schien sich mit dem Remis genauso zufrieden zu geben wie Christoph. Aufgrund der besseren Stellungen mehrerer Vohwinkeler zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich zu Recht. Detlef war erneut angriffslustig unterwegs. Mit einem frühen g4 versuchte er die Fianchettostruktur seines Gegners zu attackieren. Aufgrund einer nicht ganz präzisen Abwicklung verlor er im Mittelspiel jedoch einen Zentrumsbauern. Er besaß allerdings genügend Gegenspiel, um um Ausgleich zu kämpfen. Mit einem Bauern weniger nahm er aber schließlich ein Remisangebot seines Gegners an. Thorsten verpasste im Mittelspiel 1-2 bessere Fortsetzungen, stand aber dennoch stets besser und wickelte schließlich in ein materiell ausgewogenes Schwerfigurenendspiel ab, allerdings mit 3 gegen 1 Bauern am Damenflügel. Bei richtiger Spielweise hätte dies nach der Analyse auch funktioniert. Mit zunehmend schwindender Zeit entschied er sich in der letzten Schlüsselstellung jedoch für den falschen, wenn auch risikoarmen Zug. Dies eliminierte zwar einen weit vorgerückten schwarzen Bauern auf d2, aber dafür gab er seinerseits einen c7-Bauern. Kurz danach entstand eine Remisstellung durch Zugwiederholung. Schade, die Alternative hätte den Sieg gebracht. Andreas kam nach einer ausgeglichenen Eröffnung im Mittelspiel durch einen langfristig angelegten Königsangriff zunehmend unter die Räder. Eine einmalige Chance, um wieder ins Spiel zurückzukommen, konnte er leider nicht nutzen, war allerdings auch nicht leicht auszurechnen, nach dem Druck der vorherigen 20 Züge. Zu diesem Zeitpunkt stand Siegbert bereits lange auf Verlust. Er hatte sich in der Eröffnung verrechnet/verguckt und tauschte fröhlich ab, um kurze Zeit später festzustellen, dass er für die „gewonnenen“ zwei Bauern eine Figur verloren hatte. Er kämpfte mit dem Mut der Verzweiflung weiter, aber es war leider schon zu spät. Damit war unser Schicksal besiegelt. Marcs Partie zeigte ein Wechselbad der Gefühle. Von übermächtigem Zentrum über ausgeglichene Stellungen bis hin zu einem ausgelassenen Doppel-Abzugsschach inkl. Matt wurde alles geboten, zumeist zu Gunsten des Vohwinkelers. Daher wäre es wohl nicht verdient gewesen, wenn Marc in der Endstellung noch weiter versucht hätte auf Sieg zu spielen, zumal das nur noch Punktkosmetik gewesen wäre.

 

 

Somit kehrten wir mit einer deftigen Niederlage nach Elberfeld zurück, verdient wie man zugeben muss. Die Partien, in denen eventuell etwas für uns drin war, wurden allesamt vergeben bzw. remisiert, während die restlichen Partien verloren gingen. Hoffen wir, dass uns gegen Tornado wieder die Wende gelingt.

 

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1. Bezirksliga, Runde 3

 

Lennep I – SF Anna I

 

Man muss auch mal Glück haben!

 

Beim Auswärtsspiel beim bis dahin starken Aufsteiger aus Remscheid, konnten wir erstmals diese Saison vollzählig antreten. Wir waren also vorgewarnt, waren aber immerhin mit Blick auf die DWZ leicht favorisiert. Allerdings nicht gerade deutlich, was man durch eine gute Form nicht ausgleichen könnte.

 

Karsten stand aus der Eröffnung heraus bequem bis vorteilhaft. Scheinbar fehlte aber der richtige Plan, um in die gegnerische Stellung einzudringen. Der Vorteil verflüchtigte sich in der Folge schnell und man willigte schließlich in völlig ausgeglichener Stellung ins Remis ein. Andreas schätze in einer ihm eigentlich sehr geläufigen Eröffnung die Stellung falsch ein und schwächte sein Zentrum nachhaltig. Während er später noch dachte, dass alles spielbar sei, belehrte ihn sein Gegner eines besseren und zerpflückte Andreas‘s (König-)Stellung gekonnt zum Sieg. Eine halbe Stunde später konnte Siegbert wieder ausgleichen. Am Ende der Eröffnung griff Siegbert einen Bauern und einen Läufer gleichzeitig an. Sein Gegenüber sah nur die erste Drohung und überließ ihm einzügig eine ganze Figur. Ein Fehler, den man auf diesem Niveau wohl sehr selten erlebt. Der Lenneper quälte sich zwar noch 10 Züge weiter, aber ohne Kompensation stand er auf verlorenem Posten. Mit Blick auf die verbliebenen Partien sah es nach einem ganz engen Duell aus, bei dem alles passieren konnte. Thorstens Partie befand sich lange Zeit im Gleichgewicht, wobei Thorsten etwas mehr Risiken einging. Sein Gegner überschätze jedoch seinen bis zur 4. Reihe vorgerückten Freibauern zu Lasten einer entblößten Königsstellung. Aufgrund einer (Schein-)Mattdrohung gab der Lenneper eine Qualität ab, in der Hoffnung, dass der vorgerückte Bauer die Entscheidung bringt. Dieser kam aber nicht entscheidend weiter. Stattdessen bot sich Thorsten die Chance zu einem schnellen Matt. Christoph ermöglichte seinem Gegner im Mittelspiel, einen Zentrumsbauern zu erobern. In der Folge vergrößerte dieser mit Unterstützung seinen Vorteil, um ihn anfangs des Endspiels beinahe wieder zurückzugeben. Leider war die gebotene Chance nicht leicht zu sehen, aber merke, ein aktiver König im Endspiel ist immer gut! Stattdessen griff Christoph in dem Versuch weiterer Vereinfachungen fehl und musste wenig später resignieren. Detlefs wilde Partie, gespickt mit Fallen, nicht immer ganz korrekt, aber stets Fehler provozierend, auf beiden Seiten. Dies macht seine Duelle immer spannend, ist aber nichts für schwache Nerven. In einem wechselhaften Mittelspiel, in dem beide Seiten ihre Möglichkeiten hatten, sah Detlef eine schöne Kombination, die zu einem Figurengewinn oder Matt führte. Zweiteres war der Fall! Damit führten wir 3,5:2,5, aber die letzten beiden Partien sahen zwischenzeitlich nicht gut aus für uns. Stephan hatte es zwar mit einem DWZ-losen Spieler zu tun, der ihn aber schwer beschäftigte. Nach zahlreichen Abtauschen bot sich dem Lenneper im Schwerfigurenendspiel plötzlich die Möglichkeit auf Matt zu spielen, weil Stephan einen fehlerhaften Königszug machte. Marcs Chaospartie war ebenfalls nichts für schwache Nerven. Nach einer Unachtsamkeit und einem folgenden Bauernverlust, packte ihn aber der Kampfgeist. Ein 0:2 aus diesen Partien wahr naheliegend. Stephans Gegner schien nach dem Fehler die richtige Zugfolge zu wählen und das Ende schien nah. Aber er gab ihm mit einem seinerseits unpräzisen, zu langsamen Deckungszug die Gelegenheit, zurück ins Spiel zu kommen und er nutze sie zum erlösenden Dauerschach. 4:3, Mannschaftspunkt gesichert! Marcs Partie verlief unter großen Bewertungsschwankungen von gut 4 Bauerneinheiten, tendenziell eher gegen uns. Die Kontrahenten boten sich eine Achterbahnfahrt, an dessen Ende sich Marc in ein ausgeglichenes Endspiel retten konnte. Der Lenneper schien danach derart von der Rolle zu sein, dass er im Turmendspiel trotz einer theoretischen Remisstellung die Partie verloren gab.

 

Damit kehrten wir mit 5:3 aus Remscheid zurück und holten 2 wichtige Punkte gegen den Abstieg. Aufgrund des Spielverlaufs ist der Sieg allerdings wohl eher als glücklich zu bewerten. 

 

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Viererpokal Viertelfinale SF Anna – SG Solingen 1

 

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!

 

Warum sollte die Regel nur im Fußball gelten? Die Paarung sieht auf den ersten Blick nach einer klaren Angelegenheit für die Klingenstädter aus. Beim zweiten Blick kamen wir uns zumindest nicht unendlich unterlegen vor, allerdings hatten wir schon an zwei Brettern DWZ-Nachteile von 300 bzw. 400 Punkten zu verschmerzen, während die anderen Bretter mit 50-60 Punkten Unterschied im Rahmen der Tagesform lagen.

 

Siegbert hatte an Brett 2 von Beginn an einen schweren Stand. Am Ende der Eröffnung versuchte er die Partie durch Figurentausch zu vereinfachen, verlor dabei aber einen wichtigen Zentrumsbauern. Positionell ging es danach leider schnell bergab. Sein Gegner nutze fast jede Ungenauigkeit konsequent aus bis schließlich Dame und König zum 0:1 aufgespießt wurden. Andreas Partie war bis zum 4. Zug eine Kopie von Siegberts, allerdings setzte er danach alles auf die Remiskarte. Ein Abtausch hier, einer da, Gleichgewicht auf beiden Flügeln haltend. Dem Solinger fiel mit zunehmend verflachender Partie nicht mehr viel ein, obwohl Andreas am Ende im Turm-/Bauernendspiel kurz vor der Punkteteilung verdächtig stand. War aber wohl nur ein Vorteil für die Rechenschieber und für die meisten Menschen am Brett nicht sichtbar. Thorstens Gegner machte von Beginn an viel Druck und zwang ihn in eine passive Stellung. Auch wenn es subjektiv anders wirkte, war die Stellung durchaus solide und weitgehend im Gleichgewicht. Mit zunehmender Spielzeit wirkte der Solinger ungeduldiger und erlaubte durch eine Ungenauigkeit, dass Thorsten im Endspiel plötzlich leicht vorteilhafter stand. Bei einem Minusbauern Rückstand erlaubte sich sein Gegner ein fragwürdiges, weil zu langsames Springermanöver, dass kurze Zeit zum vollen Punkt für uns ausreichte. Damit lagen wir beim Stand von 1,5 : 1,5 durch die Berliner Wertung in Führung. Brett 4 von Solingen musste also auf Sieg spielen. Gegen einen gut aufgelegten Marc fiel das trotz 400 DWZ-Punkte Unterschied aber nicht leicht. Er bot richtig Paroli bis ins Endspiel. Bei schwindender Zeit musste er zwar einen Bauern hergeben, aber das Doppelturmendspiel war immer noch halbwegs im Gleichgewicht, wenn er die Aktivität seiner Figuren aufrechterhalten konnte. Nach über 5 Stunden Spielzeit aber kein leichtes Unterfangen und so musste er letzten Endes leider doch die Flügel strecken. Schade, hier hätte sich Marc wohl mit einem halben Punkt für seinen guten Auftritt belohnen können. Beim nächsten Mal!

  

Mit einem etwas unglücklichen 1,5 : 2,5 bei vorteilhafter Berliner Wertung sind wir nur knapp an der Sensation vorbeigeschliddert. Aber Spaß gemacht hat es dennoch, den großen Favoriten ins Schwitzen zu bringen!

 

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1. Bezirksliga, Runde 2

 

SF Anna I – TV Witzhelden I

 

Stammbesetzung gegen Unterzahl!

 

In der 2. Runde empfingen wir den TV Witzhelden und mussten wie auch schon in der ersten Runde ein Brett frei lassen. Unsere Gegner traten hingegen fast in Bestbesetzung an. Ein schwieriges Unterfangen also, aber in der letzten Saison holten wir unter gleichen Rahmenbedingungen immerhin ein hartumkämpftes 4:4.

 

Nach einer halben Stunde lagen wir also erneut kampflos mit 0:1 hinten. Nach 2,5 Stunden Spielzeit konnte Christoph für uns ausgleichen. Sein Gegner patzte bereits doppelt in der Eröffnung, verlor zunächst eine Figur für zwei Bauern und kurz danach noch zwei Figuren für einen Turm. Als sich die Gemüter nach dem wilden Auftakt beruhigten, realisierte der Witzheldener, dass er langfristig mit 2 Türmen gegen Turm und 3 Leichtfiguren auf dem verlorenen Posten stand und gab auf. Karsten brachte seinen Gegner mit einem schon in der Vergangenheit mustergültig vorbereiteten Königsangriff direkt nach der Eröffnung auf die Verliererstraße. Er gab seinem Gegenüber zwar noch eine einmalige Chance zurück ins Spiel zu kommen, doch der unmittelbar folgende Fehler brachte Karsten in deutlichen Materialvorteil. Im Endspiel lag er mit einem Bauern und einem Springer vorne, dennoch quälte sich sein Gegner noch etliche Züge weiter bis er aufgab. Siegbert hatte in der Eröffnung Schwierigkeiten, seine Figuren richtig ins Spiel zu bringen. Mit einem Bauernopfer versuchte er sich Luft zu machen und dies schien zu funktionieren. Mit einem zugegebenermaßen nicht leicht zu sehenden Scheinopfer hätte Siegbert mindestens den Bauern zurückgewinnen, bei Annahme des Opfers sogar auf Matt/Sieg spielen können. Als sein Gegner 2 Bauern weit nach vorne in seine Stellung hineinbringen konnte, schwanden die Hoffnung auf etwas Zählbares. Wenig später fiel noch ein Läufer, somit war die Niederlage besiegelt. Andreas stand anfangs passiv, profitierte aber von einem schwachem Bauerntausch seines Gegners im Zentrum. Im frühen Mittelspiel stand er plötzlich sehr bequem bis vorteilhaft. Mit jedem Figurentausch verflachte die Partie allerdings zunehmend. Ein am Ende wohl doch gerechtes Remis, da keiner der Spieler seine zwischenzeitlichen Vorteile nutzen konnte. Marc wählte heute einen positionellen Stil. Seine Figuren kamen im Mittelspiel aber nicht richtig zur Geltung und sein Gegner fand einen mehrzügigen Bauerngewinn inklusive Abtausch einiger Leichtfiguren. Beim genaueren Hinschauen war seine Position hier aber nicht mehr zu halten. Ein Vorteil, den der Witzheldener nicht mehr hergab. Beim Stand von 2,5:3,5 mussten also noch 1,5 Punkte her, um einen mannschaftspunkt zuhause zu behalten. Kurz vor Ende der ersten Zeitkontrolle lieferten sich Detlef und sein Kontrahent eine packende Zeitnotphase, während Thorsten ein Remisangebot bekam, dass er erst einmal abwarten wollte. Was war passiert? Detlef mit weiß, ungewöhnlich wie so oft, hatte zwar einen Bauern verloren (oder geopfert?!), allerdings zeigt die Analyse, dass das wohl alles spielbar ist. Nach 1-2 fehlerhaften schwarzen Zügen stand Detlef auf einmal klar im positionellen Vorteil. Thorsten stand bis ins Mittelspiel bequem, für den Außenstehenden wirkte es aber wohl eher wie positionelles Geschiebe, da keine deutlichen Vorteile auf beiden Seiten zu erkennen waren. Mit zunehmender Spielzeit konnte sich der Witzheldener aber immer besser aufstellen und ausgleichen. Mit der Zeitkontrolle ergab sich fast eine Stellungswiederholung, der Thorsten aber aus dem Weg gehen musste, da nicht klar war, was bei Detlef passieren würde. Detlefs Vorteil verflachte schrittweise durch nicht ganz optimale Züge. Dies war einer enormen Zeitnot auf beiden Seiten geschuldet, stellenweise lebte man nur noch vom Zeitzuschlag. Am Ende wählte Detlef im 36. Zug eine Zugwiederholung, da er bei den wenigen Sekunden, die übrig waren, keine bessere Alternative sah. Verständlich wie man zugeben muss. Dadurch war Thorsten gezwungen weiterzuspielen. In dem Bemühen auf Sieg zu spielen, musste er Stellungswiederholungen etc. vermeiden und überzog durch eine Ungenauigkeit wahrscheinlich die Stellung. Dass sein Gegner nun besser stand, schätze sein Gegenüber aber anscheinend anders ein und versuchte erneut in eine Zugwiederholung einzulenken. Um nicht sogar noch zu verlieren, konnte Thorsten dieser jetzt aber nicht mehr aus dem Wege gehen.

 

Nach rd. 6 Stunden Spielzeit verloren wir somit leider mit 3,5:4,5. Hier wäre wohl etwas mehr drin gewesen. Immerhin hat uns der Mannschaftskampf gezeigt, dass wir uns auch zu siebt gegen keinen Gegner verstecken müssen. Im November geht es weiter gegen den bisher sehr stark auftretenden Aufsteiger aus Lennep.

 

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1. Bezirksliga, Runde 1

 

Velberter SG I – SF Anna I

 

Schwache Aufstellung gegen Unterzahl!

 

Zum Saisonauftakt ging es genau wie im vergangenen Jahr nach Velbert. Nach der Niederlage im letzten Jahr hatten wir noch etwas gut zu machen, allerdings brachten wir nur 7 Mann an die Bretter. Velbert hingegen startete stark ersatzgeschwächt ohne 4 Stammspieler, v.a. ohne drei 1800er. Auf einmal schienen wir doch favorisiert zu sein, trotz Unterzahl.

 

Nach einer halben Stunde lagen wir aber erst einmal kampflos mit 0:1 hinten. In der ereignisreichen dritten Spielstunde gingen gleich 5 Partien zu Ende. Den Auftakt machte Siegbert. Nach anfänglichem Abtausch, schaffte es Siegbert im Mittelspiel, seine Figuren aktiver in Szene zu setzen. Nach einer Linienöffnung zu seinen Gunsten, hatte er guten Druck entwickelt, der erst zu einem Bauerngewinn und wenig später noch zu einer entscheidenden Springergabel führte. Stephan erreichte als Schwarzer ausgangs der Eröffnung eine ausgeglichene Stellung. Nach einem Generalabtausch auf der offenen c-Linie einigte man sich umgehend auf ein leistungsgerechtes Remis. Christoph erwischte heute nicht seinen besten Tag. In der Eröffnung ging bereits ein Bauer ersatzlos verloren. Im weiteren Spielverlauf fand er sich in einem verlorenen Endspiel mit 2 Minusbauern wieder plus schwächerer Königsstellung. Thorsten stand heute sehr tief und musste lange aus der Defensive reagieren, blieb aber stabil. Sein junger Gegner griff in der Folge etwas zu ungestüm an und vernachlässigte dadurch die eigene Königssicherheit. Mit dem ersten Fehler des Velberters erreichte Thorsten direkt eine Gewinnstellung, die sein gegenüber wenige Züge später aufgab. Somit stand es 3:3 bei noch zwei aussichtsreichen Partien unsererseits. Die schönste Partie des Tages lieferte Karsten. Eine unorthodoxe Eröffnungswahl beider Spieler konnte er besser für sich nutzen. Seine Figuren kamen immer besser ins Spiel, während der Velberter immer nur versuchte Lücken zu schließen. Mit einem sehenswerten Qualitätsopfer öffnete Karsten die Stellung vor dem wieder in die Mitte gewanderten schwarzen König. Folglich stand er mit Turm und 2 Läufern richtig stark in der gegnerischen Stellung. Am Ende rannte sein Gegner selbstverschuldet in ein zweizügiges Matt. Marcs Gegner musste damit gewinnen, um noch etwas Zählbares für Velbert herauszuholen. Im frühen Mittelspiel hatte dieser aber zwei Figuren für einen Turm und Bauern getauscht, ohne allerdings eine nachhaltige Öffnung von Marcs Königstellung zu erreichen. Im weiteren Spielverkauf sah Marc einen Abzug, der eine Qualität einbrachte. Mit einem ganzen Läufer Vorsprung sollte eigentlich nichts mehr anbrennen. Der Velberter versuchte noch alles, um zumindest einen halben Zähler herauszuholen. So dauerte es noch gute 30 Züge und insgesamt rd. 6 Stunden Spielzeit bis wir schließlich den verdienten 5:3 Erfolg feiern konnten.

 

Somit starten wir unerwartet siegreich in die neue Saison. Am heutigen Tage hat sich mal wieder gezeigt, dass ein Antreten zu siebt nicht zwingend einen großen Nachteil mit sich bringen muss. Dennoch hoffe ich, dass wir zukünftig wieder vollzählig antreten, da uns nicht jeder Gegner den Gefallen tun wird auf zahlreiches Stammpersonal zu verzichten.    

 

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Viererpokal Achtelfinale SG Solingen 3 – SF Anna

 

Leistungsgerecht!

 

Der traditionelle Saisonauftakt bescherte uns im Viererpokal mit Solingen 3 eine Mischung aus einem Verbandsklassenteam vervollständigt mit einem 1. Bezirksliga-Spieler. Wir waren aber gut besetzt und durchaus guter Dinge.

 

Detlef machte den Auftakt in einem Alapin Sizilianer. Am Ende der Eröffnung heimste er sich dank einer Ungenauigkeit seines Gegners mehrzügig einen Mehrbauern ein, der aber noch nicht entscheiden war. Wenige Züge später bot sich Detlef aber die Gelegenheit, mit einem Qualitätsopfer die königliche Stellung auseinander zu nehmen und er ließ sich nicht zweimal bitten. Mit Dame und Springer ergaben sich Mattdrohungen, die sein Gegner zwar abwehren konnte, aber bei idealer Spielweise entscheidenden Materialvorteil für uns eingebracht hätte. Allerdings machte es Detlef noch einmal spannend und als es fast schon wieder ausgeglichen schien, konnte er die Damen tauschen und mit einer Springergabel die Qualität zurückerobern. Das übrig gebliebene Endspiel mit 2 Mehrbauern war dann nach 3,5 Stunden Spielzeit klar gewonnen. Siegberts Partie endete ca. eine halbe Stunde später. Man muss neidlos anerkennen, dass sein Gegner zu jedem Zeitpunkt des Duells besser stand und sich quasi keine Fehler erlaubte, während er Siegberts Ungenauigkeiten auszunutzen wusste. Materiell war der Solinger zwar zunächst nur einen Bauern, positionell aber doch klar im Vorteil. Somit stand es 1:1 und die Berliner Wertung stand gegen uns. Thorsten hatte es heute mit einem aufstrebenden Talent zu tun, dass lange Zeit Widerstand bot. Erst im späten Mittelspiel gelang es ihm druckvoll gegen den schwarzen König zu spielen. Um dies abzuwenden, gab der Solinger zwei Figuren für einen Turm. Hier schien der junge Gegner aber den Faden zu verlieren und spielte ein paar Ungenauigkeiten, die schließlich in einer Springergabel mündeten. Mit nun einem glatten Läufer im Bauernendspiel war der Rest Technik. Damit hatten wir den Wettkampf bereits für uns entschieden, da wir nach Berliner Wertung nicht mehr einzuholen waren. Marc konnte somit ohne Druck weiterspielen. Lange Zeit sah es bei ihm sehr gut aus. Er hatte in einer geschlossenen Stellung die einzige offene a-Linie besetzt und baute schrittweise Druck gegen den rückständigen Bauern c6 auf. Mit zunehmendem Abtausch der Figuren verflüchtigte sich aber dieser Vorteil und in dem Turmendspiel schaffte es der Solinger, ausreichend Gegenspiel zu entwickeln. Eine letzte Chance bot sich Marc noch im Endspiel, aber schließlich trennte man sich Remis.

 

 

Mit einem leistungsgerechten 2,5 : 1,5 ziehen wir ins Viertelfinale ein, wo kein geringerer Gegner wartet, als der mehrfache Viererpokal-Sieger Solingen 1. Klingt unmöglich, aber der Pokal hat ja seine eigenen Gesetze und ein wenig ärgern macht ja auch Spaß.